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Ein wichtiger Lebensschritt für Bruder Damian

Zeit der Prüfung - Zeit der Entscheidung. Jürgen Erich Fach, so hieß Bruder Damian früher mit bürgerlichem Namen. Er war bereits 53 Jahre, als er als Postulant ins Alexianerkloster ging.

Den ersten Kontakt mit einem kirchlichen Orden hatte Bruder Damian während seiner Tätigkeit als Altenpfleger im Wihelmsburger Krankenhaus "Groß Sand" in Hamburg. Dort sind noch heute die Katharinenschwestern in der Pflege tätig. Eine der Schwestern sollte in Bruder Damians Leben eine ganz besondere Rolle spielen: Schwester Helena.

War es Zufall oder Bestimmung? Bruder Damian hat sich diese Frage später oft gestellt. Schwester Helena kannte die Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder, hatte persönlichen Kontakt zu Bruder Benedikt - und erzählte Bruder Damian von diesem Orden. So kam Jahre später der erste Kontakt zustande. Doch zunächst war Bruder Damian auf der Suche. Nach seiner Bestimmung im Leben.

Als Altenpfleger kümmerte er sich auch nach Feierabend um die Menschen. Jahrelang pflegte er seine Großmutter, bis zu ihrem Tod. Die Pflege war seine Passion, und dennoch fühlte er, dass etwas fehlte in seinem Leben. Nach vielen persönlichen Höhen und Tiefen suchte er vor allem eins: innere Zufriedenheit.

Bruder Damians Weg ins Kloster

Gläubig war Bruder Damian, seit er denken konnte. Für ihn war der Glaube stets eine wichtige Säule. Ein Leben in einer Klostergemeinschaft hatte Bruder Damian von je her interessiert. Aber welche könnte die richtige sein?

Seine Leidenschaft zum Beruf war letztendlich ausschlaggebend. Und die Gemeinschaft der Alexianerbrüder, ein Krankenpflegeorden, kannte er aus Erzählungen von Schwester Helena.

Zweimal jährlich, vier Jahre lang, besuchte Bruder Damian die Ordensbrüder und lebte jeweils für eine Woche mit ihnen zusammen. Nach Klärung seiner persönlichen Lebensverhältnisse kam Bruder Damian auch 2013 ins Kloster - mit dem Wunsch, dem Orden der Alexianerbrüder beizutreten.

Er wurde zunächst Postulant. Die Zeit des Postulats diente ihm dazu, das Leben der Gemeinschaft intensiv kennenzulernen, und auch der Gemeinschaft bot sich Gelegenheit, Bruder Damian näherzukommen.

Postulat und Noviziat waren für ihn die Zeit der Prüfung und Klärung. Während dieser Phase kamen ihm hin und wieder auch Zweifeln, dennoch war gerade dieser Prozess wichtig und richtig für Bruder Damian: Nach Ablauf des Postulats wusste er, was er wollte.

Die Brüdergemeinschaft und auch er selbst entschieden miteinander die Aufnahme in das Noviziat. Der erste Schritt zum Ordensbruder war getan. Mit Beginn der Ausbildung erhielt er seinen Ordensnamen "Bruder Damian".

Das Noviziat diente ihm, neben der Ausbildung, in erster Linie zur Vertiefung seiner Berufung, seines Glaubens. Seine Mitbrüder begleiteten ihn aktiv während seiner Zeit als Novize, in der er das Kloster jederzeit wieder hätte verlassen können.

Zeitliche Profess für Bruder Damian

Am 10. Oktober 2015 legte Bruder Damian im Rahmen einer feierlichen Heiligen Messe die zeitliche Profess ab und erhielt das Ordensgewand der Alexianerbrüder (Habit). Für ihn heißt es nun bis zur Ablegung der ewigen Profess - der Lebensbindung an Gott und der konkreten Gemeinschaft/Kloster - seine Ausbildung zu intensivieren sowie seine Entscheidung, Gott zugewandt ein Leben als Ordensmann zu führen, zu hinterfragen und zu prüfen.

Bruder Damian freut sich auf die kommenden Jahre:

"Ich habe alles richtig gemacht. Heute bin ich froh, dass ich diesen Weg gegangen bin, dass ich ein Leben in der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder führen kann und darf. Ich danke Gott dafür, dass er mir den Weg gezeigt hat, mit mir stets Geduld hatte - und ich bin der Gemeinschaft unendlich dankbar. Meine Arbeit in der Altenpflege liebe ich nach wie vor. Für Menschen da zu sein, sie zu begleiten und gleichzeitig selbst meine innere Ruhe und zu Gott gefunden zu haben, macht mich unendlich glücklich und zufrieden. Ich bin angekommen in einem Leben, das ich gern führe."

Mit Bruder Damian sprach Barbara Krause (Alexianer Krefeld GmbH)

 

Auszug aus der Heiligen Messe anlässlich der ersten zeitlichen Profess

Lesung: 1 Joh 4,7-16 Evangelium LK 10, 38-42

Am 10. Oktober 2015 sprach Bruder Dominikus Seeberg CFA, Provinzial der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder, in seiner Predigt über die Kunst, das Wesentliche wahrzunehmen, und über das "Hören".

Ein freudiges Ereignis lässt uns heute, am 10. Oktober 2015, zur Heiligen Messe zusammenkommen. Bruder Damian wird seine erste zeitliche Profess ablegen und sich dadurch enger an Gott und unsere Gemeinschaft binden.

Bruder Damian, es freut uns sehr, dass Du Dich entschieden hast, Deinen Weg als Ordensmann zu gehen. Das Ordensleben wird mit der Profess konkreter und verbindlicher als ohne Gelübde. Nur wer sich im Leben entscheidet, egal wie, der kann auch den nächsten Schritt tun.

Sich auf das Wesentliche konzentrieren

Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, das Wesentliche wahrzunehmen, ist eine große Kunst in unserem Leben. Die Welt mit ihren vielen Anforderungen in unserer Arbeitswelt macht es uns zunehmend schwerer, aufeinander zu hören, aufmerksam zuzuhören. Wenn es uns schon schwer fällt, auf Menschen zu hören, um wie viel schwerer ist dann das Hören auf Gott.

Für jeden glaubenden Menschen kommt im Leben einmal die Frage nach Gott: 'Gott, was möchtest Du, dass ich tue? Was ist Dein Weg für mich?'

Geht der Mensch diese Frage an Gott mit offenem und willigem Herzen an - dann kann es der Beginn einer Berufung zum geistlichen Leben sein.

Jeder von uns, die wir ja nun schon über viele Jahre einer Ordensgemeinschaft angehören oder als Priester, als Diakon für Menschen da sind, könnte jetzt und hier - wenn wir fragen würden - ein Glaubenszeugnis abgeben. Irgendwann war die Zeit reif, war die Stunde da, in der wir uns aufgemacht haben mit vielen Idealen. Die Voraussetzung dafür, dass wir dies erkannt hatten, war nicht eine gediegene Ausbildung, nicht ein Beruf, war nicht ein gut absolviertes Studium, nicht bestmögliche Zeugnisse, Diplome ..., die Voraussetzung war ein hörendes Herz, das mit Gott gerechnet hat.

Der Glaube kommt vom Hören

Der Glaube kommt vom Hören, sagt der Apostel Paulus. Und Jesus nennt die Seinen Schwestern und Brüder, die das Wort Gottes hören und befolgen. Der Prolog zur Ordensregel des Hl. Benedikt beginnt mit den Worten 'Höre, mein Sohn'.

Bevor der Glaube spricht und sich als Antwort zeigt, muss der Mensch das göttliche Wort 'hörend' vernommen haben. Das ist die Initialzündung. Das Hören nimmt also eine ganz bestimmte und wichtige Aufgabe im Leben von uns Christen ein - das ist nicht organisch gemeint, denn sonst wären die Menschen mit einer Hörbehinderung im Nachteil.

Wer das 'Hören', das der Glaube braucht, um wachsen zu können, nicht lernt im Laufe des Lebens, dem nützt auch ein Hörgerät nichts.

Als 'Hörende' haben wir uns alle am Beginn unserer Berufung aufgemacht. Auch Du, lieber Bruder Damian, hast Dich als 'Hörender' aufgemacht zu uns Alexianerbrüdern. Auch Du hast gefragt: 'Gott, ist das Dein Weg für mich?'

Ich wünsche Dir und uns allen, dass wir ein Leben lang 'Hörende' bleiben. Dass wir nicht aufgeben, auf Gott zu hören, auch dann nicht, wenn uns scheinbar keine Antwort erreicht und das Hören mühsam und schwer wird. Geben wir das Hören auf Gott niemals auf, sonst verlieren wir unsere Berufung, die wir ja alle doch als unverdientes Geschenk empfangen haben und die wir in zerbrechlichen Gefäßen in uns tragen - und wie schlimm ist es, wenn eines zerbricht.

Setzen wir uns "geistig" so wie Maria aus Betanien dem Herrn zu Füßen, um aufmerksam zu hören, denn das ist jetzt das Wesentliche.

Es predigte Bruder Dominikus Seeberg, Provinzial der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder